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USA Roadtrip 2017: Back to the coast

Jeder Urlaub geht irgendwann zu Ende – das wurde uns am Morgen in Chowchilla beim Besteigen des Autos mehr als bewusst. Denn nach all der Zeit im Inland von Kalifornien, Oregon und Nevada führte uns der Weg nun zurück an den Pazifik. Ziel dieser Tour war Monterey, eine Küstenstadt die wohl jeder Tourist, der die „klassische“ Westküsten Tour macht, ebenfalls besucht. Aber selbstverständlich wählten wir nicht den direkten Weg, sondern fuhren einmal quer durch Zentral-Kalifornien, durch Mandel-Plantagen und savannenähnliche Landstriche, bis nach Gilroy, um uns mal wieder einer Urlaubs-Passion zu widmen: Outlet-Shopping. Das hatten wir immerhin eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gemacht. Aber auch diesmal blieben wir sehr maßvoll – ein völlig ungewohntes Gefühl. Und es sollte gleich noch ein solche Gefühl für mich dazu kommen. Denn am Ende des Shoppings war es soweit: Ich überreichte der bisher äußerst charmanten, nicht immer ansprechbaren Beifahrerin die Schlüssel und nahm auf dem Beifahrersitz platz – was für ein bewegender Moment. Die restliche Stunde Fahrt bis zu unserem nächsten Hotel klappte dann auch ziemlich problemlos, mit Ausnahme einer Situation, als ich mein Leben bereits vor meinem inneren Auge vorbeiziehen sah, als Sandra trotz überholendem Fahrzeug die Spur wechseln wollte. Aber alles ging gut und so ein bisschen Lebensgefahr hält einen doch irgendwie jung, oder?

In Monterey selbst führte unser erster Weg vom Hotel aus natürlich zum Essen, wohin auch sonst. Diesmal verschlug es uns zu RG Burgers, wobei das RG für really good stand. Dieser Burger-Restaurant hatte ich schon vor mehr als 6 Jahren bei meinem ersten USA Aufenthalt überhaupt besucht und es war irgendwie verrückt, jetzt wieder dort zu sein. Danach begaben wir uns noch zum Hafen, um die letzten Sonnenstrahlen am Meer zu genießen – so wie Urlaub sein sollte.

Der Hafen von Monterey

Beim Bummel über die örtliche Fisherman’s Wharf konnten wir dann auch einige Seehunde, Seelöwen und einen Otter im Wasser beobachten. Ganz schön animalisch dieser Urlaub, oder? Gleichermaßen verrückt ist aber auch, mit was für Temperatursprüngen wir es hier zu tun haben. Hatten wir am Vortag noch deutlich über 30 Grad, war an diesem Abend in Monterey schon eine Jacke nötig, denn der Wind war ganz schön frisch. Aber hey, Shorts und Jacke – gibt es einen amerikanischeren Style?

Am nächsten Morgen, nach einer Nacht in der Einflugschneise des regionalen Flughafens, dann der Schock: überall Wolken beim Blick aus dem Fenster. Drama. Sollte etwa ausgerechnet unsere Zeit an der Küste so zerstört werden? Ein Blick auf die Wettervorhersage machte vorsichtige Hoffnung. Für den Nachmittag war wieder klarerer Himmel und etwas Sonne angesagt. Also planten wir kurzerhand um und legten nach dem Frühstück einen Offday ein – inklusive Nickerchen zur Mittagszeit und purem Rumgehänge wie zuhause. Aber die Wolken wollten und wollten einfach nicht verschwinden. Im Laufe des Nachmittages entschieden wir uns dann dazu, unser Glück einfach trotzdem zu versuchen, schließlich wollten wir in diesem Urlaub noch etwas vom berühmten Highway 1 und ein bisschen Big Sur sehen. Und siehe da, kaum setzten wir einen Fuß über die Schwelle, kämpfte sich die Sonne langsam aber sicher durch die Wolken. Das nennt man wohl Timing. So konnten wir dann auch die Küste bei Monterey direkt in einem ganz anderen Licht erleben als noch am Vorabend.

Ein Stück Pazifikküste bei Monterey

Von dort aus ging es weiter entlang des Pazifik, zunächst über den 17 Mile Drive, anschließend über den weltberühmten Highway 1. Während der Fahrt über den 17 Mile Drive, der durch einen Golfkurs führt, wurde uns auch mehr als deutlich gezeigt, was andere haben und wir eben nicht: Geld. Ganz nach dem Motto „Das du wirst nie kriegen“ fuhren wir an Villen mit Blick auf den Ozean vorbei, wie sie sich wohl jeder wünscht, aber wohl nur die wenigsten je ihr eigen nennen können. Aber auch die Haltepunkte auf diesem Stück, für das man sogar noch bezahlen muss, waren wirklich schön.

Die einsame Zypresse – auch ein guter Freund von mir

Das wahre Highlight des Tages war dann aber zweifellos das Stückchen Big Sur, was wir vor der Straßensperrung aufgrund von Erdtuschen vom Anfang des Jahres sehen konnten. Der Himmel klärte weitestgehend auf und wir konnten sehen, wieso gerade dieser Teil des Highway 1 so weltberühmt und viel befahren ist.

Big Sur – fast schon typisch Deutsch

Das einzig wirklich störende ist der totale Deutschen-Overload auf der Strecke. An jedem verdammten Haltepunkt wimmelte es nur so von Landsleuten – schrecklich. Und wieso mieten die eigentlich ALLE einen Mustang? Geld zu viel oder einfach Hirn zu klein? Man weiß es nicht genau, aber es nervte.

Glücklicherweise fuhren wir, im Gegensatz zu allen anderen, die Strecke wieder zurück nach Monterey, da uns dort nochmal unser Hotel erwartete. Zwei Nächte im gleichen Hotel – sehr selten, aber es kommt auch bei uns mal vor. Und so klang dann auch unser Offday versöhnlich aus: tolle Ausblicke in Big Sur, Sonnenuntergang über dem Pazifik und ein Abendessen bei Chili’s – so lässt es sich leben. Umso trauriger machen die Gedanken, dass sich auch dieser Urlaub leider unaufhaltsam dem Ende nähert. Morgen geht es zurück Richtung San Francisco – da wo alles begann.

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