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USA Roadtrip 2019: Rocky Mountain Nationalpark – Winter Wunderland

Unser letzter voller Tag in Colorado begann mit einem sorgenvollen Blick aus dem Fenster. Wie hatte sich die Schnee-Situation und das Wetter über Nacht entwickelt? Würden wir noch einmal einen schönen Tag haben? Die Antwort: es hatte offensichtlich die ganze Nacht geschneit, aber nun war die Sonne da und unser Urlaub hatte sich plötzlich in einen echten Winterurlaub verwandelt.

So mussten wir erst einmal unser Auto vom Schnee befreien, bevor wir uns anschließend auf den Weg zum Rocky Mountain Nationalpark machten. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt durch winterliche Landschaften (mit wunderschönem Gesang vom Beifahrersitz, den meine Ohren beinahe mit Freuden-Blutungen quittiert hätten) erreichten wir unser Ziel und mussten feststellen, dass das von uns angefahrene Visitor-Center just mit dem Tag unserer Ankunft vor knapp zwei Wochen für den restlichen Winter geschlossen hatte. Oder hatten sie von uns gehört und wollten einfach nichts mit uns zu tun haben? Auch das ist natürlich denkbar. Der Park selbst hatte aber trotzdem geöffnet und so konnten wir die Trail Ridge Road befahren, eine der schönsten Panorama-Straßen des Landes. Nun, zumindest bis zu dem Punkt, an dem die Straße aufgrund der Witterungsverhältnisse gesperrt war.

 

 

Ich könnte jetzt behaupten, wir hätten auf dem Weg trotzdem wahnsinnig viel gesehen, aber in Wirklichkeit kamen wir lediglich 9 Meilen weit. Aber auch auf dieser kurzen Strecke bekamen wir wunderbare Ausblicke auf das Winter-Wunterland geboten.

 

Von der gesperrten Straße ließen wir uns natürlich nicht die Stimmung vermiesen, sondern erkundeten einfach noch andere Bereiche des Parks. Dabei war bemerkenswert, dass quasi alle Straßen fast einwandfrei geräumt waren – die Räumdienste des Rheinlands dürfen sich hier gerne eine Scheibe von abschneiden, auch wenn der Winter in Deutschland natürlich immer ganz besonders überraschend kommt. Außerdem war erstaunlich, wie wenig los war. Abgesehen von einzelnen anderen Besuchern an einigen Stellen, waren wir quasi alleine im Nationalpark. Ob Touristen in Colorado sonst keinen Schnee zu diesem Zeitpunkt mögen? Wer die Bedingungen offensichtlich sehr mag, sind Wapitis. Denn von dieser Hirsch-Art sahen wir auf einer größeren Ebene eine große Herde, die genüsslich speiste und sich einfach gar nicht stören ließ.

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Wir fuhren nach einiger Tierbeobachtung weiter, kamen auch noch an ein paar Rehen am Straßenrand vorbei und erreichten irgendwann den Bear Lake. Irgendwo tief in uns weckte dieser Name die Hoffnung, nun auch noch Bären zu sehen, aber diese Hoffnungen wurden nicht erfüllt. De facto sahen wir sogar nur bedingt einen See, denn dieser war schlichtweg komplett zugefroren.

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Schön war es trotzdem, allerdings beließen wir es bei einem kurzen Spaziergang am See. Denn mit flachen, sneakerartigen Wanderschuhen und lediglich Hoodies und Regenjacken waren wir bei unter 0 Grad nicht wirklich dafür ausgerüstet, irgendwo hin zu wandern. Die kurzen Wege außerhalb des Autos durch teilweise 50cm hohen Schnee reichten uns schon vollkommen aus. Daher beendeten wir unseren Nationalpark-Trip auch nach dem Besuch am Bear-Lake und traten den Rückweg an. Dieser führte uns dann ein letztes Mal zu Del Taco (ja, mexikanisches Essen war in diesem Urlaub extrem hoch im Kurs) und anschließend noch zu Walmart und Super Target, um noch etwas Verpflegung für zuhause zu kaufen. Und dann war es auch schon soweit: der letzte Abend brach an und die Erkenntnis setzte sich zunehmend durch: auch dieser Urlaub ist nun so gut wie vorbei. 

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