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Athen: Moderne Wiege der Demokratie

Was kommt einem zuerst in den Kopf, wenn man an Griechenland denkt? Womöglich sind es zauberhafte griechische Inseln wie Santorin oder Kreta, vielleicht Gyros und griechisches Essen oder aber die Finanzkrise. Möglicherweise erinnert man sich in diesem Zusammenhang auch an protestierende Menschen in Athen, aber als Reiseziel ist die Hauptstadt Griechenlands nur bedingt präsent – zumindest war das mein Gefühl, als ich begann, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Zwangsläufig kamen dabei natürlich auch die Fragen auf: wieso hört man nie von Kurztrips nach Athen? Und lohnt es sich überhaupt dorthin zu fliegen?

Zugegeben, die Fragen kamen zu einem Zeitpunkt auf, als die Flüge schon längst gebucht waren. Und die Beschäftigung mit Sehenswürdigkeiten im Internet ließ die Vorfreude nur bedingt steigen, denn wirklich gehaltvoll war auch das nur bedingt. Wurde der Wochenend-Trip also zum Reinfall? Keineswegs, denn die Eindrücke, die Athen hinterlassen hat, waren durchweg positiv.

Athen-Fakten in aller Kürze

Mit etwas über 3 Millionen Einwohnern ist Athen die größte und zugleich wichtigste Stadt Griechenland. Sowohl der Flughafen als auch der Hafen sind touristische und wirtschaftliche Knotenpunkte und von zentraler Bedeutung für den Staat im Süden Europas. Gleichzeitig ist die Hauptstadt des Landes auch eine der ältesten Siedlungen Europas und ein kulturelles Zentrum für die gesamte Region.

Am einfachsten zu erreichen ist Athen mit dem Flugzeug. Der Flughafen liegt zwar relativ weit außerhalb des Zentrums, ist aber an das erstaunlich gut funktionierende Metro-System der Stadt angeschlossen. Mit etwa einer Stunde braucht man aber auch eine Weile bis ins Zentrum. Etwas schneller und komfortabler klappt das ganze mit einem vorab gebuchten Privat-Transfer. Dieser benötigt etwa 45 Minuten durch den dichten und teils chaotisch wirkenden Auto-Dschungel. Hotels gibt es, wie für eine Hauptstadt üblich, wie Sand am Meer und so sollte auch für jeden etwas dabei sein. Einen guten Standard mit guter Lage, Metro-Station direkt vor der Tür und moderner Einrichtung bietet beispielsweise das NLH Fix.

Die allgegenwärtige Akropolis

Von hier aus hat man es auch nicht weit zur quasi omnipräsenten Hauptsehenswürdigkeit Athens: der Akropolis. Auf einem Hügel mitten in der Stadt thront die alte Stadtfestung und steht wohl wie kein anderer Ort mit seinen Bauwerken sonst für Griechenland und die griechische Geschichte.

Die Blicke auf die Akropolis sind quasi von überall in der Stadt kostenlos möglich, wer aber die historischen Stätten auch besichtigen möchte, der sollte sich am besten im Vorfeld online (http://odysseus.culture.gr/h/3/eh355.jsp?obj_id=2384) Tickets kaufen, denn sonst kann es, vor allem im Sommer, zu langen Schlangen vor dem Eingang kommen. Für 20 Euro (Stand: Februar 2020) bzw. in den Wintermonaten für 10 Euro kann man sich alles anschauen, was auf der Akropolis so rumsteht. Wer auch noch andere historische Stätten auf dem Stadtgebiet besuchen möchte, der sollte über ein Kombiticket nachdenken.

Insbesondere für 10 Euro in den Wintermonaten macht man mit dem Besuch der historischen Stätten auf der Akropolis nichts falsch. Selbst wer sich nicht sonderlich für die Überbleibsel historischer Bauwerke wie das Parthenon interessiert, der bekommt zumindest zu allen Seiten tolle Ausblicke über die Stadt serviert – ein nicht zu verachtendes Bonbon auf der Akropolis.

Blicke über Athen

Wer bei einer Stadt-Erkundung schöne Ausblicke mag, der kommt in Athen aber auch sonst definitiv auf seine Kosten – und das sogar ohne bezahlen zu müssen. So bietet zum Beispiel der Areopagus Hügel unweit des Eingangs zu den historischen Stätten der Akropolis einen mittelmäßigen Blick auf die historische Festung, dafür aber einen umso schöneren Blick auf die umliegende Gegend inklusive des Observatoriums. Vor allem zum Sonnenuntergang ist hier ein beliebter Spot für Einheimische und Touristen, um die letzten Minuten des Tages zu genießen.

Von hier aus bietet sich aber auch ein wunderbarer Spaziergang zum nächsten Hügel an, dem Filopappou-Hügel. Hier befindet sich das bereits erwähnte Observatorium, einige historische Stätten und auf dem Gipfel das Philopappos-Monument. Von hier aus hat man den wohl besten Ausblick auf die Akropolis und kann gleichzeitig, bei gutem Wetter, bis ans Meer sehen.

Aber nicht nur der Ausblick vom Gipfel, sondern auch der Weg dahin ist lohnenswert. Man läuft weitestgehend durch einen ruhigen Wald und kann zwischendurch immer wieder schöne Blicke zwischen den Bäumen hindurch erwischen. Und das beste: die meisten Touristen von den Akropolis verirren sich hier nicht hin.

Die City unterhalb der Akropolis

Aber auch wenn man die Akropolis mal links liegen lässt, hat Athen einiges zu bieten. Besonders hervorzuheben sei hier der Bereich zwischen den Metro-Haltestellen Monastiraki und Syntagma. Das lebendige Treiben im sogenannten Flohmarkt Viertel zeigt gut, welch verschiedene Seiten Athen so zu bieten hat. Auf der einen Seite unheimlich viele Ausgrabungsstätten von unschätzbarem historischen Wert, zum Beispiel die Hadriansbibliothek, andererseits aber auch alles, was eine moderne Großstadt so braucht: Geschäfte, Restaurants aller Art, moderne Architektur und einfach ein geschäftiges Treiben. All das, erlebt man in diesem Flohmarkt-Viertel. Natürlich ist hier auch vieles auf Touristen ausgelegt, aber wenn man ein wenig durch die Gassen schlendert, sieht man auch andere Ecken.

An dieser Stelle seihen aber noch zwei Hinweise gegeben. Nummer eins: Von der Rooftop-Bar des Hotels A for Athens hat man eine schöne Sicht über das Viertel auf die Akropolis. Wer also einen Spot für ein Getränk sucht, der kann hier durchaus einkehren. Aber auch ein kurzer Foto-Stopp ohne Bestellung ist durchaus machbar.

Nummer zwei: der Syntagma Platz, der insbesondere während der Finanzkrise quasi täglich in der dazugehörigen Berichterstattung vertreten war, ist touristisch nahezu irrelevant. Der Platz befindet sich direkt vor dem griechischen Parlament, aber sehenswert ist er nicht wirklich. Also bitte keine zu großen Erwartungen aufbauen.

Besonderer Tipp: Escape Games

Wovon man in der griechischen Hauptstadt hingegen sehr viel erwarten kann, und das ist durchaus überraschend, sind Escape Games. Denn in der ganzen Stadt gibt es zahllose Anbieter und Räume, von denen manche sogar zu den besten ihrer Art weltweit gelten. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle beide Räume bei Paradox Project (www.paradoxproject.gr) und das Sanatorium bei Lockhill (www.lockhill.gr). Die Räume sind fantastisch gestaltet, bieten alle ihre ganz eigene, einzigartige Atmosphäre und sind einfach absolut empfehlenswert.

Athen Roundup

Athen ist weit mehr, als eine geschichtlich relevante Stadt mit Ausgrabungsstätten und der Akropolis. Natürlich ist diese im Zentrum quasi allgegenwärtig und aufgrund ihrer erhobenen Lage und der kulturellen Relevanz die Hauptstehenswürdigkeit der Stadt, aber Athen hat noch mehr zu bieten. Denn abgesehen von unzähligen schönen Ausblicken über die Region dank der hügeligen Lage ist Athen schlichtweg eine moderne Großstadt, die ihre Geschichte gleichzeitig nicht vergisst. Da auch das Meer in Piräus quasi vor der Haustür liegt und auch bei längeren Aufenthalten durch diverse Ausflugsmöglichkeiten auf die griechischen Inseln keine Langeweile aufkommen dürfte, ist es für mich verwunderlich, dass Athen als Städtetrip doch ziemlich unter dem Radar fliegt. Für mich spricht sehr viel dafür, dass sich das ändert. Also ab nach Athen und vergesst nicht, die sehr aktive Escape Game Szene zu erkunden – es lohnt sich!

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