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One Day in: Valencia

Hinter Madrid und Barcelona ist Valencia mit etwas mehr als 1,3 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Spaniens und ist mit ihrer Küstenlage an der Costa del Azahar und mehr als 300 Sonnentagen im Jahr eigentlich prädestiniert dafür, ein Touristenmagnet zu sein. Allerdings hält sich die Anziehungskraft auf ausländische Gäste bisher noch dezent zurück, vor allem im Vergleich mit Barcelona. Dabei braucht sich Valencia absolut nicht hinter den anderen Städten zu verstecken, denn sie hat wirklich einiges zu bieten.

Where to start?

In Valencia konzentrieren sich die Sehenswürdigkeiten nicht ausschließlich auf einem kleinen Areal im Stadtzentrum, aber trotzdem bietet sich dieses als Startpunkt für eine Stadterkundung an. Wer direkt vom Flughafen kommend beginnen möchte, dem sei der direkte und komfortable Weg mit den Metro-Linien 3 oder 5 empfohlen. Wer an der Haltestelle Xativa am Hauptbahnhof aussteigt, kann direkt am Rande der City beginnen.

Where to go?

Wer eine Stadt gerne zu Fuß erkundet, der wird sich in Valencia besonders wohl fühlen. Denn schon in der historischen Altstadt macht es einfach Spaß, die Straßen und Gassen zu erkunden und immer wieder schöne Bauwerke und schöne Blicke zu erhaschen, während man gemütlich umher flaniert. Das Herz der Stadt ist aber zweifellos zwischen dem Plaza de la Reina und dem Plaza de la Virgen. Hier steht die Kathedrale von Valencia als Zentrum der Altstadt.

Nicht nur das Bauwerk an sich ist sehenswert, sondern auch das bunte Treiben rundherum lädt dazu ein, sich einfach einmal hinzusetzen und die Menschen zu beobachten. Aber auch der Ausblick vom Turm der Kathedrale, dem sogenannten Micalet lohnt sich. Von hier aus hat man einen tollen Rundumblick über die Stadt und kann sich einen guten Eindruck verschaffen, was man sich vielleicht noch ansehen möchte.

Definitiv wird einem da der Jardin del Turia ins Auge fallen, denn die riesige Parkanlage zieht sich quasi durch die ganze Stadt. Im ehemaligen Flussbett des Turia, welchen man nach verheerenden Überschwemmungen aus der Stadt heraus umgeleitet hat, hat man in Valencia eine abwechslungsreiche Parkanlage angelegt, durch die man wirklich gut und bequem spazieren kann. Auch die Einheimischen scheinen sich dort sehr wohl zu fühlen, sieht man doch überall Jogger, Radfahrer oder andere aktive Gruppen oder Gassi-Gänger, die sich im ganzen Park verteilen. Wer dem ehemaligen Flusslauf in Richtung Westen folgt, der landet irgendwann am Valencia Bioparc, dem Zoo der Stadt. Wer hingegen aus dem Zentrum nach Osten geht, der erreicht nach einiger Zeit das eigentliche Wahrzeichen der Stadt: Das Zentrum der Künste und Wissenschaften.

Die futuristisch anmutenden Gebäude in der Ciutat de les Arts i les Ciencies, von Opernhaus über Ausstellungshallen bis hin zum Aquarium, wirken durchaus imposant und der ganze Komplex ist wirklich ansehnlich gestaltet. Hier erkundet man gern die einzelnen Bereiche und findet immer wieder neue Blicke, die einfach schön sind – und das sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Mir persönlich hat dieser Bereich der Stadt besonders gut gefallen und ist gleichzeitig etwas besonderes, was in dieser Form wohl keine andere Stadt der Welt zu bieten hat.

Folgt man nun den Wegen im Park bis zum Ende und geht dann weiter Richtung Osten, erreicht irgendwann den Hafen von Valencia und die Strände der Stadt. Wer hier nun allerdings einen schönen Badestrand erwartet, der wird womöglich enttäuscht. Denn wirklich einladend sind die Stadtstrände in Valencia eher nicht. Sie sind sehr breit mit einer kleinen Promenade dahinter, aber zum Verweilen eingeladen wird man hier nicht gerade. Das trübt das Gesamtbild von Valencia aber keineswegs, denn wer nur für den Strand dorthin reist, ist sowieso selber Schuld

What else to do?

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Spanier gerne feiern und es sich gut gehen lassen. Wer diese Mentalität in Valencia erleben will, der kommt am besten Anfang März in die Stadt, denn dann finden fast drei Wochen lang die Fallas statt, das örtliche Frühlingsfest. Während dieser Zeit feiern die Einheimischen mit bunten Umzügen und reichlich Feuerwerk den Beginn des Frühlings. Zeitweise wird quer durch die ganze Stadt geböllert, sodass man sich als Tourist schon fast unwohl fühlt. Aber die Spanier haben sichtlich Spaß.

Eine andere Aktivität, die man in Valencia auf jeden Fall machen sollte, ist der Besuch eines Heimspiel des FC Valencia. Nicht nur für Fußball-Fans ist das ein Erlebnis, denn das altehrwürdige Mestalla, Heimstätte des FC Valencia im gleichnamigen Stadtteil, ist ein besonderes Stadion. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein und man ist weit weg von der bis ins letzte Detail inszenierten Präsentation des Spiels. Viel mehr wirkt es eher wie „echter“ Fußball und die Leute kommen einfach ins Stadion, um die Mannschaft zu sehen und eine gute Zeit zu haben. Karten gibt es online und es lohnt sich auf jeden Fall, einfach die Atmosphäre zu erleben.

Darüber hinaus scheint Valencia eine Art Hotspot für Escape Games zu sein, zumindest was die Ausgestaltung der Räume angeht. Denn sowohl bei Clue Hunter als vor allem auch bei The X-Door waren die Räume unglaublich facettenreich gestaltet, die Betreuung sehr freundlich und englischsprachig und die Rätsel modern, abwechslungsreich und knifflig. Wer also gerne Escape Rooms spielt, der wird in Valencia definitiv fündig.

Roundup

Eine historische Altstadt, über 300 Sonnentage, Strand und Meer, moderne Architektur – es gibt einfach nichts, was gegen Valencia spricht. Besonders für einen Städtetrip ist die spanische Metropole einfach wie gemalt und steht den beiden großen Konkurrenten in Spanien in absolut nichts nach. Im Gegenteil, Valencia hat sogar einen großen Vorteil: die Stadt ist nicht vollkommen von Touristen überlaufen. Ganz klare Reiseempfehlung.

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