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USA/Kanada 2016 – Tag 3: Statehopping Deluxe

Bevor der heutige Tag zum Thema wird, erstmal ein kurzer Vorgriff auf die Frage: Wieso schreibt der auf einmal so ein Reisetagebuch, obwohl die ersten zwei Tage hier nichts davon erschien? Ganz einfach: Die Idee kam mir erst gestern Abend unter der Dusche. Auch ich hab mal solche hellen Momente. Nicht oft, keine Sorge. Aber nur auf diesem Wege ist es mir möglich, die Eindrücke dieser Reise am besten ungefiltert zu transportieren. Ausführlichere, seriösere Berichte zu den einzelnen Zielen wird es dann später geben, wenn ich nicht den Großteil der Zeit im Auto verbringe.

Aber zurück zum Thema: Wir haben die Nacht in Scarborough (der Name passte irgendwie zum gestrigen Szenerie in der Nacht) in Maine überlebt und konnten heute morgen ein tolles Frühstück in Form von eingepacktem Zuckergebäck genießen. Mensch haben sich unsere indischen Gastgeber im Motel da aber ins Zeug gelegt. Aber immerhin schien die Sonne und auf einmal war die ganze Umgebung gar nicht mehr so creepy wie zuvor.

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Unser erstes Ziel war dann der älteste Leuchtturm von Maine in Süd Portland. Klingt, zugegebenermaßen, unglaublich lahm, war aber wirklich wunderschön (Blick aufs Titelbild des Beitrags hilft bei der Vorstellung). Die raue Küste hat mir wirklich gut gefallen, sodass wir uns im kleinen Park doch länger aufhielten als gedacht, bevor wir die erste knapp 3 stündige Etappe des Tages in Angriff nahmen – Ziel: White Mountain National Forrest. Wieso? Na um den Indian Summer in all seiner Pracht genießen zu können, ist doch klar. Wald gab es auf unserem Weg dann auch reichlich, blöd nur, wenn alle Blätter noch saftig grün sind und man einfach viel zu früh dran ist (#Fail). Ein bisschen gewandert sind wir dann trotzdem, auch wenn die coolen Trails aus irgendeinem Grund 16 $ Eintritt kosteten und wir deshalb lieber andere Wege gesucht und auch gefunden haben. Man waren wir da heute naturverbunden unterwegs, also zumindest in den wenigen Minuten, die wir nicht im Auto oder in irgendeiner Fastfoodbude verbracht haben. Im Wald konnte ich dann auch Zeuge eines Phänomens werden, was bei einer Reise mit drei jungen Frauen wohl nicht ausbleiben kann: der Trend zur Pause inklusive hinsetzen und Selfie. Dass dies ausgerechnet an einem ruhigen Wasserloch stattfand, lässt womöglich Schlüsse zu, die allerdings jeder für sich selbst ziehen darf 😉

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Fun Fact am Rande: Das Motto des Bundesstaats New Hampshire, in welchem der National Forrest beheimatet ist, lautet: Live free or die. Poetisch oder?

Aus der wirklich schönen, ruhigen Natur ging es dann weiter Richtung Nordwesten, quer durch Vermont (3. Staat an diesem Tag) bis zur kanadischen Grenze. Der nette Grenzbeamte plauderte mit mir, wunderte sich merklich über die Zusammensetzung unserer Reisegruppe (sein Mitleid für mich sprach aus seinem Blick) und hieß uns dann herzlich in Kanada willkommen. Von jetzt auf gleich war man in einem anderen Land und auch in einer anderen Welt: aus Meilen wurden wieder Kilometer (schneller fahren darf man trotzdem nicht), aus Englisch wurde Französisch und man stellt sich die Fragen: was soll das eigentlich? und ist das wirklich euer Ernst? Die erste Handlung auf kanadischem Boden war übrigens ein Besuch bei BurgerKing um Müll loszuwerden und die sanitären Anlagen aufzusuchen, ohne etwas zu verzehren. Was sind Sir doch für gute Gäste. Weitere etwa 2 Stunden später, nach insgesamt fast 6 Stunden am Steuer, erreichten wir dann schließlich unser Ziel in der Nähe von Montreal. Die Stimmung in Teilen der Gruppe war zu diesem Zeitpunkt schon durchaus als angespannt zu bewerten – Hunger und Langeweile scheinen sich nicht positiv auszuwirken. Nach einem Besuch bei Tim Hortons, einer kanadischen Mischung aus Subway, Starbucks und Dunkin Donuts, ging es für die drei Mädels quasi umgehend ins Bett während ich euch daheim gebliebenen (Zurückgebliebene wäre hier wohl nicht unbedingt das passende Wort) mit Neuigkeiten versorge. Aber sie hatten schließlich auch einen harten Tag in der Natur und als Beifahrer gehabt, während ich fauler Kerl nur den Tempomat habe fahren lassen. So sind sie, die Mädels. Dafür mag Mann sie ja. Oder?

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