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USA/Kanada 2016 – Tag 4: Das Kanada-Metropolen-Medley

Der Tag begann bei strahlendem Sonnenschein in unserem durchaus schicken Hotel am Flughafen von Montreal mit einem ordentlichen Frühstück. Scheinbar habe ich bei der Buchung der Hotels mal mitgedacht und nahezu überall die erste Mahlzeit des Tages berücksichtigt. So kenne ich mich gar nicht. So konnten wir aber gut gestärkt nach Montreal aufbrechen und die zweitgrößte Stadt Kanadas erkunden, wenn man das bei einem Zeitrahmen von knapp 4 Stunden so bezeichnen kann.

Diesmal teilten wir uns auf, da zwei der mitreisenden Mädels mein Tempo was Sightseeing betrifft als zu hoch empfanden und das ganze lieber gemütlicher angehen wollten. Wer hätte damit gerechnet, dass der unförmige Bursche aus Bergheim mal für jemanden zu schnell läuft? Die zwei blieben daher im Bereich der Altstadt von Montreal während ich samt Freundin direkt quer durch die Stadt rannte und sogar noch den Mont Royal, den königlichen Hügel der Stadt, erklomm. Der ganze Schweiß für eine mega geht so Aussicht – danke Montreal…

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Leider zogen mehr und mehr Wolken auf, was den Gesamteindruck der Stadt noch einmal etwas trübte. Da der erste Eindruck eh schon nur durchwachsen war, bleibt mir Montreal nicht so richtig überzeugend in Erinnerung. Irgendwie wirkte alles so merkwürdig gemischt. Ein paar Hochhäuser, die vom Design her eher in vergangene Jahrzehnte gehören, dazwischen ein paar hübsche, ältere Bauwerke oder auch mal ein überdimensionaler Hundehaufen auf einer Bushaltestelle.

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Ich wurde einfach das Gefühl nicht los, dass Montreal keinen wirklich eigenen Stil hingekriegt hat. Alles erinnerte mich an amerikanische Städte, die ich schon besucht habe. Aber irgendwie nix Halbes und nix Ganzes.

Daher war es dann auch in Ordnung, dass wir uns am frühen Nachmittag wieder in unseren Muff-Bus setzten und weiter in die Hauptstadt Kanadas fuhren. Die zwei Stunden nach Ottawa sind für mich privaten Fernfahrer in diesem Urlaub ja ein Katzensprung, daher störte es auch weniger, dass die drei Damen sich alle zusammen ein Nickerchen gönnten, während ich durch die Weiten Kanadas fuhr. Immerhin der Regen leistete mir Gesellschaft, verabschiedete sich aber pünktlich in Ottawa wieder, auch wenn er seine Wolkenfreunde nicht direkt mitnehmen wollte.

Unser Hotel in Ottawa machte (und macht auch immer noch) den Eindruck, als wäre es in den 60ern hängengeblieben. Die Einrichtung eher zusammengewürfelt, das Bett unglaublich durchgelegen, die Toilette fast zu klein für mein Gesäß (machen Amerikaner im Allgemeinen und Kardashians im Speziellen hier keinen Urlaub?) und vom Ambiente her eher ein Bürokomplex als eine seriöse Unterkunft.

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Aber hey, immerhin ist es relativ günstig und unser Auto muss auch nur 500 Meter weiter auf einem öffentlichen Parkplatz stehen. Ist doch was, oder?

Dieses „retro“ Image schien sich dann auch in der Stadt fortzusetzen. Schandbauten en masse und verdammt viel grau. Aber dann, als ich die Stadt schon gedanklich auf Gelsenkirchen-Niveau abstempeln wollte, tauchten plötzlich Bauwerke auf, die diesen Namen auch verdienen. Zwar wirken diese wie mittelalterliche Schlösser oder frisch aus einem Harry Potter Buch entsprungen, aber es sind seriöse Gebäude wie Hotels oder das kanadische Parlament. Warum auch immer die Kanadier in einem Schloss ihre politischen Entscheidungen treffen. Scheint ja zu laufen, auch wenn die englische Queen hier irgendwie immer noch der Babo ist.

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So schafft es Ottawa, eine eigenwillige Mischung aus schön und trist und hässlich zu formen, bei der aber letztlich doch die positiven Eindrücke des Bereiches um den Parlamentshügel überwiegen. Selbst die Eichhörnchen sind hier aber irgendwie verrückt unterwegs, denn sie sind schwarz und mögen augenscheinlich Eiscreme, die sie dann auch panisch in Sicherheit bringen wollen, wenn man sich ihnen nähert. War mir so auch noch nicht bekannt. Aber hey, es ist Kanada.

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Mal abwarten, ob in unserem „Business Inn“ Hotel heute Nacht noch dubiose Geschäfte laufen oder ob wir eine ruhige Nacht erleben dürfen. Morgen geht es in jedem Fall in die Natur, mal sehen ob Kanada dort zumindest halten kann, was man so hört, oder ob auch da wieder alles irgendwie anders ist. Ich werde berichten, das steht mal fest.

Ein Kommentar

  1. Nur 4 Stunden für Montreal… Ich hatte nach einer Woche nicht ansatzweise alles erfassen können. Für mich die wohl inspirierendste Stadt, in der ich je war: Ihr Reiz liegt vor allem in der Vielfältigkeit auf allen ebenen. Und wer nicht den Sonnenuntergang am Oratorium gesehen hat, hat sowieso das Beste verpasst 😉 Du solltest nochmal wiederkommen!

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