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USA Roadtrip 2017: All good things come to an end

Die letzte Nacht in der Einflugschneise des Regionalflughafens Monterey ging wie so viele Nächte zu schnell vorbei und schon brach auch unser letzter kompletter Tag dieses Urlaubs an. Natürlich starteten wir auch diesen mit einem mittelmäßigen amerikanischen Frühstück, umringt von Landsmännern im kleinen Frühstücksraum, auch bekannt als Lobby des Hotels. Besonders auffällig dabei eine Dame, die den deutschen Lifestyle verkörperte wie kaum eine andere. Kleidung die cool und „flippig“ aussehen sollte, dies aber beim besten Willen nicht tat, dazu ein fescher Pottschnitt und Mundwinkel so tief, dass sie schon fast unter den Achseln hingen. Kein Wunder also, dass wir das Frühstück schnell hinter uns brachten und uns anschließend ins Auto schwangen. Das Wetter war uns zunächst allerdings nicht sonderlich gewogen, denn außer Wolken war am Himmel nicht wirklich was zu sehen – also nicht gerade das beste Wetter, wenn man nochmal an der Küste entlangfahren und diese genießen möchte. Nach einiger Fahrzeit klarte es aber auf, zumindest teilweise, und wir konnte noch einige schöne Ausblicke über die kalifornische Küste erhaschen, die wir in den letzten Wochen so lieb gewonnen haben.

Wie man sieht, wusste das Wetter nicht so richtig, was es heute wollte

Irgendwann war dann aber auch für uns die Zeit gekommen, uns von der Küste zu verabschieden, schließlich hatten wir auch noch etwas anderes vor – der Urlaub sollte ja so enden, wie es sich gehört. Daher ging es von der Küste ein ganzes Stück zurück ins Landesinnere, denn dort warteten zwei weitere unterhaltungstechnische Highlights auf uns. Zunächst stand dabei eine abschließende Runde Minigolf auf dem Programm, die über Sieg und Niederlage der Urlaubs-Gesamtwertung entscheiden musste – was für eine Drucksituation.

Minigolf in Livermore – die Entscheidung zu Gunsten von „The Beast“

Sah es zunächst noch danach aus, als könnte die Herausforderin für eine Überraschung sorgen, fand ich aber dann immer besser zu meinem Spiel und behielt letztlich souverän und deutlich die Oberhand – eine abschließende Machtdemonstration von „The Beast“. Trotzdem gilt Sandra natürlich meine Anerkennung für einen harten Kampf – inklusive Glückwunsch für den Sieg in der „Hole-in-one Wertung“. Weiter ging es dann weniger sportlich, zumindest auf den ersten Blick. Denn im letzten und, wie wir dann herausfanden, besten Outletcenter des Urlaubs verbrachten wir eine ganze Weile und liefen dabei so einige Meter von Shop zu Shop – die hatten da aber teilweise auch gute Sachen, das muss man auch mal so deutlich sagen.

Outlet Shopping – eine Urlaubspassion

Nach Stunden im Outlet, inklusive reichlich Indern und anderen Asiaten, war es dann Zeit aufzubrechen, schließlich gewann der Hunger zunehmend den Kampf gegen die Unternehmenslust. Also ging es zurück in unseren Nissan und ab auf die Straße, unserer eigentlich Heimat des Urlaubs. Auf dem Weg zur nächstgelegenen Tankstelle war es dann soweit: Wir durchbrachen die 2000 Meilen Schallmauer auf unserem Roadtrip – der Beleg dafür, dass wir doch ganz ordentlich unterwegs waren. Unser letzten Abendmahl konnte uns dann nur zu einer Kette führen, die gleichzeitig auch den Rahmen um unseren Trip außerhalb San Franciscos bildete: Hooters.

Das Abschiedsessen in Dublin (Kalifornien)

Uns unser letztes Dinner sollte dann ein wahres Festmahl werden, denn zum Abschluss gönnten wir uns mal eben ein 3 Gänge Menü, bestehend aus gefüllten Kartoffelhälften zur Vorspeise, Burger bzw. Shrimp Tacos als Hauptgang und Key Lime Pie zum Dessert. Nach dieser Völlerei konnte man uns aus dem Laden herausrollen, aber immerhin hatten wir während des Essen die Möglichkeit, die Europaleague Highlights des Tages zu verfolgen. Ganz schön cool, wenn man im amerikanischen Sportfernsehen den heimischen FC sieht. Anschließend ging es dann bis zur Oberkante Unterlippe voll zu unserem letzten Hotel in der Nähe des Flughafens San Francisco – also direkt wieder in die Einflugschneise.

Trotzdem war die Nacht ruhig, kein Flugzeuglärm und auch kaum etwas von der Straße – das Motel hatte scheinbar gut isoliert.  Viel zu früh ging es zum letzten Frühstück, diesmal sogar mit Blaubeer- Waffeln – was für ein Luxus. Da wir noch reichlich Zeit hatten und die Sonne schien, packten wir dann unsere Habseligkeiten,  die sich auf wundersame Weise während des Urlaubs vermehrt hatten, zusammen, setzten uns nochmal ins Auto und fuhren Richtung Meer – wohin auch sonst? Nach einer halben Stunde erreichten wir unser Ziel: einen wunderschönen Strand zwischen Klippen, den wir fast für uns alleine hatten. Einzig ein paar Leute und reichlich Seevögel leisteten uns Gesellschaft.

Ein wundervoll ruhiger Strand zum Abschluss des Urlaubs

Dort verbrachten wir noch einige Zeit, genossen die Sonne und die rauen Wellen die immer wieder an den Strand kamen und beobachteten die Vögel beim Mittagessen. Eine Möwe schien dabei den Jackpot geknackt zu haben, als sie einen Krebs aus dem Wasser zog. In diesem epischen Kampf Möwe gegen Krebs blieb letzterer aber nach einem erbitterten Fight Sieger, auch weil die Wellen auf seiner Seite waren.

Der epische Kampf Möwe gegen Krebs

Irgendwann war dann aber leider Zeit sich zu verabschieden. Nicht nur von unserem Möwenfreund sondern vom Pazifik. Und auch von Kalifornien und dem ganzen Urlaub. Wir fuhren vom Strand aus zum Flughafen und haben nach exakt 2075 Meilen unseren Mietwagen ab. Anschließend folgte die gewohnte Prozedur am Flughafen, inklusive des Kaufs von überteuerten Sandwiches und Getränken – man kann sich am Ende ja nochmal was gönnen. Vor allem, wenn man weiß, dass man die folgenden zwölf Stunden im Flugzeug verbringen würde. Ein richtiges Lowlight war dann das Warten auf das Boarding. Nervöse Deutsche tummelten sich mit Unmengen aufgescheuchter Asiaten in einem Warteraum – Chaos vorprogrammiert. Als dann noch immer und immer wieder Durchsagen kamen, mit denen immer gleich klingende asiatische Namen wie Wu und Lee gesucht wurden, war ich dann auch echt genervt. Und das setzte sich im Flugzeug dann fast nahtlos fort. Zunächst lief noch alles reibungslos, aber als das Abendessen serviert wurde,  ging es wieder los. Dieses Essen schmeckte nämlich in etwa so wie Zeitungspapier und war auch in etwa so saftig. Aber richtig Spaß bekam ich erst danach. Als das Licht ausgeschaltet wurde um die Nacht einzuleiten, stellte sich nämlich heraus, dass ein männliches Sägewerk mit an Bord war und dann in einer Lautstärke mit Schnarchen loslegte, dass wirklich jeder in der Kabine es mitbekam. Zunächst dachte ich noch, es würde sich bestimmt bald legen, aber nein, das tat es nicht. Lockere 6-7 Stunden sägte der Mann wenige Reihen hinter mir das Flugzeug kurz und klein. Und aus genervt sein wurde zunächst Verzweiflung,  die mit der Verabschiedung jeglicher Hoffnung auf Schlaf einherging, bevor sie in Wut umschlug und ich dem Herren am liebsten eins der lustigen kleinen Kissen in den Mund gestopft hätte. Ich hielt mich glücklicherweise zurück und betrat nach knapp 11 Stunden mehr als mäßig gelaunt wieder deutschen Boden. So abrupt kann ein Urlaub enden.

Der Bodenaufenthalt war dann aber nur von kurzer Dauer, schließlich hatten wir wieder geizig gebucht und mussten nun noch von Frankfurt nach Düsseldorf fliegen. Wieso es diese Route überhaupt gibt, weiß niemand, aber wir nutzten sie natürlich. Allerdings wollte uns das Glück nicht mehr gewogen sein, denn unser Anschlussflug hatte leider mehr als eine Stunde Verspätung. Umso bitterer schmeckte diese Wartezeit durch die Gewissheit, dass die Flugzeit nach Düsseldorf dann nur 30 Minuten betragen würde. Aber auch da mussten wir durch und kamen irgendwann, nachdem dann auch noch die Heimfahrt im Auto überstanden war, abgekämpft zuhause an, wo uns natürlich schon das klassisch durchwachsene Wetter der Heimat begrüßte – wie passend. Und so war dann der Urlaub leider endgültig vorbei und das einzige was bleibt, sind die schönen Erinnerungen und der Rückblick auf diese, wenn der bittere Arbeitsalltag wieder beginnt.

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