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USA/Kanada 2018: Roundup

Mittlerweile ist es genau drei Wochen her, dass der Urlaub in den USA und Kanada zu Ende ging. Eigentlich keine lange Zeit, wenn man bedenkt, wie schnell der die Rundreise doch verflogen ist. Höchste Zeit also, nochmal einen Blick zurück zu werfen und die Reise und die dabei gewonnen Erkenntnisse zusammenzufassen.

Insgesamt 19 Tage haben wir uns in Nordamerika aufgehalten, rechnet man die An- und Abreise zum Flughafen in Amsterdam dazu, waren wir sogar exakt 21 Tage unterwegs. Unser treuester Begleiter dabei war zweifellos unser Mietwagen: der Jeep Compass. Er hat uns ohne murren überall hin gebracht, wo wir hin wollten und das, obwohl er direkt zu Beginn der Reise bereits nach einem Ölwechsel verlangte. Ich hoffe, er hat diesen nach der Rückkehr zum Mietwagen-Parkhaus erhalten – er hatte sich etwas Pflege redlich verdient. Schließlich hat uns der Kamerad insgesamt 2.828 Meilen lang durch’s Land kutschiert – insgesamt also mehr als 4.500 Kilometer. Das ist ziemlich genau die Strecke von Köln nach St. Petersburg und wieder zurück. Oder von Köln nach Berlin – acht Mal! Pro Tag sind das im Schnitt knapp 240 Kilometer; in etwa die Strecke von Köln bis an die niederländische Küste in Bergen op Zoom. Dass wir sowohl in Vancouver als auch in Seattle das Auto wenig bis gar nicht bewegt haben, sei an dieser Stelle nur beiläufig erwähnt. Der „wahre“ Tagesschnitt liegt also nochmal eine Ecke höher. In den 19 Tagen vor Ort habe ich insgesamt fast 69 Stunden am Steuer des Autos verbracht. De facto habe ich also fast 3 komplette Tage und somit etwa 17% des gesamten Urlaubs mit Autofahren verbracht. Klingt irgendwie nach Berufskraftfahrer und nicht nach einer freiwilligen Reise, aber irgendwie kam mir das Fahren in diesem Urlaub gar nicht so schlimm vor.

Alles in allem war die Zeit in den USA und Kanada aber nicht nur nicht so schlimm, sondern richtig gut. Wir hatten, abgesehen von den Tagen in Vancouver und unseren Tag im Glacier Nationalpark, unglaubliches Glück mit dem Wetter und verpassten die „schlechten“ Bedingungen oftmals nur um Stunden. So stattete beispielsweise der Winter den Nationalparks in den kanadischen Rockies just dann einen verfrühten Besuch ab, als wir uns gerade verabschiedet hatten. Während wir noch strahlenden Sonnenschein genießen konnten, wurde es hinter uns grau am Himmel und zart-weiß auf den dann schneebedeckten Wäldern. Dass wir fantastische Natur zu sehen bekamen liegt ja quasi auf der Hand. Ein Postkartenmotiv jagte quasi das nächste, wobei für mich der Moraine Lake wohl als einer der schönsten Orte überhaupt in Erinnerung bleiben wird. Aber auch sonst enttäuschten die Nationalparks zu keiner Zeit, genauso wenig wie es die Städte auf unserer Reise taten. Wer hätte schon im Vorfeld gedacht, dass Spokane doch gar nicht so mies ist und Calgary sogar richtig schön? Und wie geil sind bitte Escape Games in Nordamerika?

Aber es war auch nicht alles perfekt. So waren beispielsweise fast überall auf der Route, mehr oder weniger präsent, Waldbrände unsere Begleiter. Der Sommer im pazifischen Nordwesten war extrem trocken und so reichten schon Funken aus, um die großen Wälder zu entzünden. Der Klimawandel lässt grüßen. Darüber hinaus verhielten sich die Menschen in den Nationalparks teilweise alles andere als angemessen. Wie viele Leute sich von den Wegen entfernten, herum kletterten und teilweise ihre Gesundheit riskierten, nur um sich selbst auf Fotos besonders „cool“ in Szene zu setzen, war wirklich schockierend. Ich fotografiere ja wirklich gern, aber dieser scheinbar akute Drang zur Selbstinszenierung ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber scheinbar ist das heutzutage Normalität.

Ich will aber jetzt auch nicht typisch Deutsch handeln und mich zu viel beschweren, denn der Urlaub war insgesamt wirklich top, auch wenn ich irgendwann einfach genug von den ganzen Bergseen und schönen Landschaften hatte. Ich bin halt doch irgendwie ein Stadt-Mensch.

Gleichzeitig hat der Urlaub auch ein paar Erkenntnisse geliefert, die für zukünftige Reisen durchaus hilfreich sein können:

  • Fliegen von Amsterdam ist nicht optimal. Der Hinflug mit Anreise am Vorabend war super entspannt, aber der Rückflug mit anschließender Heimfahrt ist nicht unbedingt das, was man sich am Ende eines Urlaubs wünscht,
  • Auch wenn ich es nie gedacht hätte, aber die Premium Economy ist doch ne ziemlich feine Sache. Platzmäßig fühlt man sich dort zumindest annähernd wie ein Mensch und nicht wie eine Sardelle in der Dose.
  • Bargeld ist in Nordamerika absolut überflüssig. Wir waren in den knapp 3 Wochen kein einziges Mal auf Bargeld angewiesen – weder im Kiosk, noch an der Parkuhr noch sonst irgendwo. So muss es 2018 sein!
  • Auch wenn es bei Google Maps aussieht wie um die Ecke – die Wege in Nordamerika sind lang. Immer.
  • Cookies aus dem Supermarkt für 15-20 Sekunden in die Mikrowelle legen – bester Geschmack
  • Nationalparks werden sehr schnell sehr voll. Also am besten früh aufbrechen, so ungern man auch früh aufsteht

Als Reiseziel ist der pazifische Nordwesten der USA bzw. der pazifische Südwesten von Kanada inklusive der Rocky Mountains aber absolut und ohne jegliche Einschränkungen zu empfehlen. Die Natur ist einfach beeindruckend und auch die wenigen Städte in der Ecke sind durchweg sehenswert. Also nichts wie hin!

 

 

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