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Bundesliga Relegation: Alles andere als Werbung für den Fußball

Relegation. Ein Wort, was bei Fußballfans und Vereinen schon beim Hören für aufgestellte Nacken- und Rückenhaare bis hinunter zum Bauarbeiter-Dekolleté sorgt. Zwei Spiele entscheiden über eine gesamte Saison. Dem Sieger winkt die Teilnahme an der Belle-Etage des deutschen Fußballs mit Reisen in die Tempel der Republik wie die Allianz Arena oder das Berliner Olympiastadion, der Verlierer muss sich hingegen mit der B-Ware zufriedengeben und darf in den Sportpark Ronhof oder die Voith Arena tingeln. Letzteres klingt wohl so wenig erstrebenswert, wie es auch ist. In diesem Jahr trafen mit dem VfL Wolfsburg und Eintracht Braunschweig nun zwei Team aufeinander, die gleichzeitig auch noch das Volkswagen-interne Betriebsfußballturnier untereinander ausspielten – Team VW gegen Team Seat. Das bessere Ende fand, wie zu erwarten, Team VW, also der VfL Wolfsburg, der somit trotz einer unterirdischen Saison weiter in der Bundesliga bleiben darf,  während die Braunschweiger trotz einer herausragenden Saison in Liga zwei genau dort bleiben, wo auch die mit Hängen und Würgen geretteten Bielefelder bleiben – nämlich in der 2. Bundesliga.

Ist das fair? Ganz sicher nicht. Viel mehr erinnert dieses Prozedere, aus Sicht des Bundesligisten, eher an die Zeitgenossen aus der Schulzeit, die alle Klausuren mit glatten Fünfen in den Sand gesetzt haben und dann kurz vor der Zeugniskonferenz noch ein Referat gehalten haben, um am Ende mit einer 4 – noch so gerade versetzt zu werden.

Möchte man als neutraler Zuschauer diese Partien sehen? In Anbetracht dessen, was man jetzt während der beiden Partien zwischen Wolfsburg und Braunschweig so auf dem Rasen zu sehen bekommen hat, gibt es auch hier nur eine Antwort: Nein. Denn mit Fußball hatte das in etwa so wenig zu tun wie die „Lüftungssysteme“ der meisten Kölner Straßenbahnen mit Klimaanlagen. Zwei dürftige 1:0 Siege für die Wölfe, bei denen keins der beiden Teams auch nur annähernd etwas von spielerischer Klasse an den Tag legte und stattdessen die Spieler bei gefühlt jedem zweiten Zweikampf aus welchen Gründen auch immer am Boden lagen und das Spiel unterbrochen werden musste. 500 Gramm Hackfleisch halb und halb in der Sonne bei 30 Grad Außentemperatur wären womöglich interessanter zu beobachten gewesen.

Wozu also das Ganze? Auch diese Frage ist leider sehr schnell beantwortet: Des lieben Geldes wegen. Zwei zusätzliche Spiele im Fernsehen spülen nochmal ein paar Euro in die Ligakasse und da freut man sich bei der DFL natürlich wie ein kleines Kind am Geburtstag.

Trotzdem, oder gerade deswegen, hier eine Bitte an die DFL: Schafft die grausame Relegation ab und holt das Geld lieber anderweitig in die Kasse, beispielsweise durch Pfandsammeln oder eine Autowasch-Aktion vor der DFL Zentrale – halt einfach wie es normale Gruppen auch tun. Bestraft den drittletzten Bundesligisten für eine miese Saison mit dem Abstieg und belohnt auch den dritten der 2. Liga für eine gute Saison mit dem direkten Aufstieg. Wirklich jeder wird es euch danken. Und wenn man selbst beim HSV, bei dem die Einnahmen des Relegationsheimspiels schon vor der Saison im Etat verplant werden, für die Abschaffung dieser Situation ist, sollte es selbst bei der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt irgendwann mal Klick machen.

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