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Bundesliga 34. Spieltag: Was war das bitte für 1 Finale? Vong Spektakel her

Schluss, aus, vorbei! Die Bundesligasaison 2016/2017 ist seit dem Wochenende, abgesehen von den noch offenen Relegationspartien, Geschichte. Und diese letzte Runde hatte es nochmal richtig in sich, schließlich gab es noch einiges zu entscheiden. Daher zum Einstieg ein kleiner Überblick, für wen es noch um was ging:

Wer holt Platz drei und die damit verbundene direkte Qualifikation zur Championsleague? Dortmund und Hoffenheim duellieren sich im Fernduell,

Wer darf in die Europa League, oder wie Marc van Bommel sie seinerzeit bezeichnete, den Fiat Punto Clio Cüp? Bremen, Köln, Freiburg und Berlin liefern sich ein heißes Rennen um die zwei sicheren Plätze.

Und die letzte große Frage: wer muss in die schmerzhafte wie grausame Relegation? Der HSV und Wolfsburg kämpfen im direkten Duell ums Überleben, in Augsburg und Mainz zittert man vor Kollateralschäden.

Für 10 Teams ging es am Wochenende also noch um einiges, daher beginnen wir den Rückblick mal mit Spielen, wo es bestenfalls noch um die goldene Ananas ging.

So zum Beispiel in Ingolstadt, wo die bereits als Absteiger feststehenden Schanzer den im Niemandsland der Tabelle zementierten FC Schalke 04 empfingen. Und letzterer erwischte einen ungewohnten Blitzstart. Bereits nach zwei Minuten marschierte der junge Avdijaj per Doppelpass mit Leon Goretzka an den Ingolstädter Verteidigern vorbei, als hätte er den VIP Pass im Phantasialand und die anderen würden für die Black Mamba anstehen, und brachte Königsblau so bereits früh in Führung.

Avdijaj eröffnet gegen den FCI (Quelle: Kicker.de)

Mit diesem Treffer verabschiedeten sich die Knappen dann allerdings gedanklich bereits in den Sommerurlaub, denn danach kam von den Gästen so ziemlich gar nichts mehr. Stattdessen bemühte sich der FCI sich vernünftig aus der Bundesliga zu verabschieden und bekam kurz vor der Pause Hilfe von Naldo. Der Brasilianer schubste im Strafraum Lezcano um, als würde er Streit auf dem Schulhof suchen und Groß glich vom Punkt verdient aus. Nach der Pause plätscherte das Spiel dann mehr oder weniger vor sich hin, bis Groß plötzlich im Schalker Strafraum auftauchte und von Stambouli umgerissen wurde. Dieser wurde zurecht des Feldes verwiesen während Lezcano am stark parierenden Fährmann scheiterte. In Überzahl waren die Gastgeber dann am Drücker wie die Ehefrau an der heimischen Fernbedienung, aber der Keeper im Schalker Kasten blieb unüberwindbar wie der innere Schweinehund. So blieb es am Ende beim insgesamt gerechten Remis beim lauen Sommerkick in Ingolstadt, mit dem sich der FCI fürs erste in die zweite Liga verabschiedet.

Doppelt so viele Tore, aber nur unwesentlich mehr Unterhaltung gab es zu gleicher Zeit in Frankfurt, wo die Eintracht den Tabellenzweiten aus Leipzig zu Gast hatte. Die Bullen hatten dabei ihre frisch zum Confed-Cup nominierten Kicker Demme und Werner im Gepäck, die wegen dieses Kirmeskicks in Russland nun auf den Sommerurlaub verzichten müssen. Da es auch für die Sachsen um nichts mehr ging, starteten diese deutlich entspannter in die Partie als gewöhnlich, gingen aber trotzdem mit der ersten richtigen Chance nach 25 Minuten durch Sabitzer in Führung. Ansonsten passierte bis zur Pause herzlich wenig, abgesehen von einem weiteren unrühmlichen Highlight in der noch jungen Bundesliga-Historie von RBL: Aus dem Publikum wurde ein Dartpfeil auf das Spielfeld geworfen und sollte wohl einen der Gästespieler treffen. Glücklicherweise war der Werfer in seiner Aktion ähnlich erfolglos wie die Eintracht in der Rückrunde, sodass niemand zu Schaden kam. Nach dem Seitenwechseln assistierte Forsberg dann in dieser Saison zum 22. Mal, diesmal für Poulsen und es stand 2:0. Wer nun aber in einem bis dahin langweiligen Spiel mit klaren Verhältnissen rechnete, machte die Rechnung ohne die Eintracht. Die Frankfurter wollten es in der Schlussphase nämlich noch einmal wissen wie ein Rentner, der sich ein Tattoo stechen lässt und kamen durch Vallejo nach 83 Minuten nochmal ran. In der Schlussminute war es dann Danny Blum, der den Ball wuchtig in die kurze Ecke prügelte und so den Gastgebern doch noch ein halbwegs gutes Gefühl für das Pokalfinale mit auf den Weg gibt.

Blum hämmert den Ball in die Maschen (Quelle: Kicker.de)

Dort hätten sicherlich auch die Spieler von Borussia Mönchengladbach gerne gespielt. Da man allerdings im Halbfinale gegen die Frankfurter Eintracht verloren hat, blieb zum Saisonabschluss nur das Heimspiel gegen die Absteiger aus Darmstadt. Das wollten die Fohlen vor heimischer Kulisse scheinbar unbedingt gewinnen, denn sie dominierten das Spiel von Beginn an wie Natascha auf der Reeperbahn in Lack und Leder mit der Peitsche in der Hand. Dumm nur, aus Gladbacher Sicht, dass sich Daniel Heuer-Fernandes im Darmstädter Tor kurzerhand entschieden hatte, doch ein Bundesliga-Torhüter zu sein und ein starkes Spiel ablieferte. So dauerte es bis zum 50. Minute und brauchte ein Zufallsprodukt,um die Gastgeber in Front zu bringen. Hazard flankte ungestört von links, der Ball segelte an Freund und Feind vorbei und landete dann im langen Eck. Auf der anderen Seite kamen die Gäste durch noch mehr Slapstick aber nur zwölf Minuten später zum Ausgleich: Der Schoßhund unter den Bundesliga Stürmer, Sven Schipplock, bekam den Ball von Kollegen Colak ans Knie und von dort trudelte er direkt ins Gladbacher Netz. Fast postwendend antwortete BMG allerdings in Person von Raffael, der per Kopf die erneute Führung besorgte. Als es in der Schlussminute dann nach einem versöhnlichen Abschluss für die Gladbacher aussah, verabschiedete sich die gesamte Hintermannschaft gedanklich schonmal von den Fans und übersah dabei, dass es Strafraum nochmal lichterloh brannte. Marcel Heller, die Ente unter den Fußballspielern, nutzte das und traf zum 2:2 Endstand.

Marcel Heller verabschiedet sich mit einem Tor aus der Bundesliga (Quelle: Kicker.de)

Die Gladbacher beenden somit eine eher mäßige Saison im Brandenburg (also dem Niemandsland) der Tabelle und können sich zum Abschluss damit schmücken, das einzige Team zu sein, dass zuhause gegen Darmstadt Remis gespielt hat. Die Lilien hingegen verabschieden sich erhobenen Hauptes in Liga zwei.

Dort spielte in der letzten Saison auch noch der SC Freiburg. In dieser Saison hingegen kämpften die Freiburger auch am letzten Spieltag noch um die Qualifikation für das internationale Geschäft. Blöderweise war der Gegner der alte und neue deutsche Meister aus München, der die Freiburger in der heimischen Allianzarena zu einem Fußballspiel am Rande einer Show-Veranstaltung empfing. Der Tag stand aber zunächst ganz im Zeichen des Endes zweier Weltkarrieren: Sowohl Xabi Alonso, als auch Philipp Lahm wurden vor dem Spiel verabschiedet. Letzterer sah allerdings nicht aus, als würde er in Rente gehen, sondern eher, als würde er von der Igel-Gruppe im Kindergarten nun in die Grundschule wechseln. Nach dem verzögerten Anpfiff dauerte es dann nur vier Minuten, bis die Bayern auf Betriebstemperatur waren. Arjen Robben tat auf der rechten Seite das, was er immer tut und schwupps stand es 1:0. Der SCF versuchte aber trotz des Rückstandes mit den Großen mitzuspielen und kam auch selbst zu Chancen. Zur Pause blieb es allerdings bei der knappen Führung des Rekordmeisters. Die Halbzeit offenbarte dann das, zu was der Fußball mehr und mehr wird: Eine Entertainment-Veranstaltung weit weg vom eigentlichen Sport. Denn zur Feier der Meisterschaft trat in der Pause Anastacia auf dem Rasen auf. Dies verlängerte die Pause um geschmeidige zehn Minuten, was an Respektlosigkeit gegenüber den Gegnern aus Freiburg, für die es immerhin noch um etwas ging, kaum zu überbieten war. Selbst Hummels und Robben schämten sich für diese Show und entschuldigte sich noch währenddessen bei den Gästen. Nach diesem Auftritt dauerte es bis zur 70. Minute, bis auf dem Rasen mal wieder etwas richtig fußballerisches passierte: Nach Vorlage von Robben war es Arturo Vidal, der gekonnt von der Strafraumgrenze zum 2:0 vollendete. Nils Petersen, der Joker der immer sticht, brachte seine Farben zwar nochmal auf 1:2 heran, aber nach den emotionalen Auswechslungen von Alonso und Lahm erhöhten die Bayern in der Nachspielzeit kurzerhand noch auf 4:1 und konnten so zum Abschluss der Saison zumindest den einen Titel gebührend Feiern.

Die beiden Fußball-Rentner beenden gemeinsam ihre großartigen Karrieren (Quelle: Kicker.de)

Zwei echte Größen des Weltfußballs verabschiedeten sich so angemessen von der Bühne und werden sicherlich Fußstapfen hinterlassen, die erst einmal gefüllt werden müssen, auch wenn diese, naturgemäß, bei Fipsy Lahm nicht sonderlich groß sind.

Nicht nur im Gegensatz zu den prall gefüllten Vitrinen bei den beiden Bayern-Rentnern sehen die Erfolge des Leverkusener Trainers Tayfun Korkut erbärmlich mickrig aus. Als größten Erfolg der jüngeren Trainer-Vergangenheit hat er schließlich einen 2:0 Auswärtssieg beim SV Darmstadt 98 vorzuweisen – wohl gemerkt der einzige Sieg, den er mit Bayer Leverkusen bis dato einfahren konnte. Als Abschiedsspiel, da man im (glücklicherweise) keine Weiterbeschäftigung angeboten hat, stand ein Auswärtsspiel bei den enorm Heimstarken Berlinern an, die ihrerseits vor dem Spieltag die Pole-Position im Rennen um die Europaleague inne hatten und verteidigen wollten. Nach nur fünf Minuten war es aber die Werkself, die durch Chicharito in Führung ging. Nach den blutleeren Auftritten der letzten Wochen konnten die Berliner ihn wohl einfach nicht ernst nehmen und wurden dafür bestraft. Was wie ein Malheur der Berliner wirkte, entpuppte sich im Laufe des Spiels als ein einziges Chaos – als hätte Hertha BSC sich ein Beispiel am Bau des Hauptstadtflughafens genommen. Leverkusen machte nämlich einfach weiter, spielte mit den Berlinern Katz und Maus und schon zur Pause stand es, durch Doppelpack-Teenie Havertz, 3:0 für die Gäste. Als Kießling dann nach einer Stunde vom Punkt auf 4:0 erhöhte, schickte er damit Teile der Berliner Anhängerschaft schon vorzeitig in die Sommerpause. Das Wetter war immerhin schön genug, dass man eine bessere Beschäftigung finden konnte, als beim Abschlachten des eigenen Teams zuzusehen.

Leverkusen zeigte der Hertha zum Abschluss der Saison die Kehrseite (Quelle: Kicker.de)

Die Masochisten unter den Berliner Zuschauern sahen nach je einem weiteren Elfmeter auf beiden Seiten und zwei weiteren Toren am Ende dieses besseren Trainingskicks ein 6:2 für die Werkself. Mancher Fan wartete wohl, durch Tennis inspiriert, auf den zweiten Satz. Den gab es aber natürlich nicht, dafür einen durchweg bitteren Saisonabschluss für die Berliner Hertha und den wahrscheinlich größten Erfolg der Karriere von Tayfun Korkut.

Obwohl er erst 29 Jahre alt ist, hat Julian Nagelsmann als Trainer der TSG Hoffenheim da nun schon mehr in seiner Vita stehen als der Pseudo-Coach der Leverkusener. Denn nach dem knappen Klassenerhalt im letzten Jahr kann er dieses Jahr den erstmaligen Einzug ins internationale Geschäft feiern. In der letzten Runde ging es nun gegen den FC Augsburg im Fernduell mit Borussia Dortmund noch darum, wer dritter wird und direkt an die großen Fleischtöpfe der Uefa dran darf und wer sich als vierter noch durch die Quali quälen muss. Da Hoffenheim auf letzteres wohl wenig Lust hatte, begannen sie offensiv wie zwielichtige Antanztruppen in deutschen Discotheken und schmissen zum Anpfiff vier etatmäßige Stürmer aufs Feld. Die Gäste aus Augsburg waren auf diese Taktik aber scheinbar vorbereitet und machten geschickt die Räume eng wie unpassend platzierte Möbel in der Wohnung. Die beste Chance des Spiels hatte Kramaric erst in der zweiten Halbzeit, als der Hoffenheimer Stürmer per Körpertäuschung zwei Verteidiger zum romantischen Date ins Kino schickte und dann mit seinem Schuss nur den Pfosten traf. So blieb es am Ende beim 0:0, was den FCA in der Klasse hielt und den Hoffenheimern letztlich aufgrund des Ergebnisses in Dortmund „nur“ zu Platz vier reichte. Trotzdem eine beeindruckende Saison der Kraichgauer, Hut ab.

Hoffenheim feiert den erstmaligen Einzug nach Europa (Quelle: Kicker.de)

Der informierte Fan wird feststellen, dass diese Aussage bedeutet, dass Dortmund im Heimspiel gegen Werder Bremen nicht verloren hat. Viel mehr als das reine Ergebnis, interessierte aber das Spiel selbst, denn Weder Bremen stand in den letzten Wochen vor allem für eins: Spektakel. Und so sollte es auch dieses Mal kommen. Bereits nach 7 Minuten gingen die Gäste vom Weserstrand in Front: Junuzovic hatte den Ball knapp über die Linie gestochert und bekam mit technischer Unterstützung das Tor zu Recht gut geschrieben. Der BVB hatte offensichtlich Startprobleme wie ein rostiger VW Jetta, kam nach einer guten halben Stunde aber doch ins Rollen, als Reus plötzlich völlig verwaist vor Wiedwald auftauchte und per gekonntem Lupfer den Ausgleich erzielte. Kurz vor der Pause gab es dann ein so zuckersüßes Tor, dass Ärzte sich gezwungen sehen müssten, auf das Risiko von Diabetes hinzuweisen: Dembele hob den Ball zauberhaft über die staunende Bremer Abwehrreihe zu Aubameyang, der diese Vorlage dankbar per Direktabnahme unter die Latte bugsierte – das 2:1 für die Gastgeber zur Pause. Unmittelbar nach Wiederanpfiff ging Kruse über links durch, vernaschte Sahin an der Grundlinie wie er es sonst nur mit Frauen macht und legte mustergültig für Fin Bartels zum Ausgleich auf. Und Maserati Max, von Jogi Löw augenscheinlich nicht zum Confed Cup eingeladen weil er kein anzügliches Handy-Video erhalten hat, brachte Werder dann nach 68 Minuten sogar wieder in Front.

Bremer Torschützen und Erfolgsgaranten der Rückrunde unter sich (Quelle: Kicker.de)

Die zwei Jahre andauernde Erfolgsserie im Signal Iduna Park schien zu wackeln, aber zwei Strafstöße, mehr oder weniger berechtigt, sollten diese doch noch zementieren. Zunächst holte Gnabry Reus per Hüftschwung von den Beinen, als hätte er zu viel Let’s Dance geschaut und der gefoulte stellte auf 3:3. Kurz vor Schluss war es dann Aubameyang, der seinem Team den Sieg und sich persönlich die Torjäger Kanone vom Punkt sicherte und den 4:3 Endstand besorgte. Für Werder endete eine verrückte Rückrunde so mit neun Toren und null Punkten in den letzten drei Partien während die Borussia aus Dortmund, trotz vielen kleiner Brandherde im Verein, am Ende erneut auf direktem Wege in die Championsleague gelangt.

Davon ist man in Köln noch ein gutes Stück entfernt, aber zumindest der kleine, unbeliebte Bruder der Championsleague war nach 33 Spieltagen da erklärte Ziel der Geißböcke. Da die Konkurrenten allesamt gepatzt hatten, brauchte es gegen den FSV Mainz 05 im Karnevalsderby „nur“ einen Heimsieg, um sich direkt für die Gruppenphase der Europaleague zu qualifizieren. Die Stimmung war entsprechend gut im Rheinenergiestadion zu Müngersdorf und da auch die Ikone Lukas Podolski extra angereist war, nahm der FC umgehend Fahrt auf beim Besteigen des Transportbandes am Flughafen. Trotz spielerischer Überlegenheit wollten die Bälle aber einfach nicht den Weg in Richtung Tor finden. Kurz vor der Pause litten die Mainzer Abwehrspieler dann scheinbar an kurzfristiger Amnesie und vergaßen, was eigentlich ihr Job ist. So konnte Osako einen Einwurf per Kopf in den Lauf von Hector verlängern, der bis in den Strafraum lief um dort mit links abzuziehen und das Tor nach Europa für seine Farben ganz weit auf zu stoßen.

Wegweiser nach Europa unter sich (Quelle: Kicker.de)

Nach der Pause wehrten sich die Mainzer zwar wie ein Kind, das gekitzelt wird, wurden dabei aber nie wirklich gefährlich. So war es Yuya Osako überlassen, das Tor nach Europa nicht nur aufzustoßen, sondern auch festzusetzen, denn der wuselige Stürmer erhöhte auf 2:0 und machte so den Deckel drauf. Der Stadionsprecher verkündete daraufhin das Schellen des Telefons in Kopenhagen, der Abpfiff ertönte und alle Dämme brachen. Die Fans stürmten den Rasen wie Teenies bei der Eröffnung einer neuen Primark Filiale und feierten mit den Spielern Karneval im Mai (Quelle Titelbild: Bild.de). Der 1. FC Köln kehrt somit nach 25 Jahren ins internationale Geschäft zurück und löste damit am Samstag einen Ausnahmezustand in der ganzen Stadt aus, der selbst das karnevalistische Treiben in den Schatten stellt. Chapeau!

Somit bleibt nur noch die Frage zu klären, wer gegen Eintracht Braunschweig in zwei nervenaufreibenden Spielen um das Erstliga-Ticket für die nächste Saison kämpfen darf/muss. Nach dem Punktgewinn des FCA und der nur knappen Niederlage von Mainz kam es dabei zum Showdown zwischen dem HSV und dem VfL Wolfsburg im Hamburger Volksparkstadion. Die Stimmung war schon vor dem Anpfiff fantastisch und selbst VW hatte kurzfristig den diesjährigen Betriebsausflug nach Hamburg verlegt, sodass 6000 Gästefans aus Wolfsburg im Stadion zugegen waren. Doch statt sich wie zwei mutige Revolermänner im klassischen Western gegenüber zu stehen, agierte der HSV zu Beginn eher wie das Kaninchen vor der Schlange und ließ die Gäste einfach mal machen. Nach 23 Minuten belohnte Robin Knoche sein Team per Kopf für die mutige Vorstellung und stellte die Weichen auf Klassenerhalt. Der Dino hatte es einzig Keeper Mathenia zu verdanken, dass es nicht schon zu diesem Zeitpunkt zappenduster in der Hansestadt wurde. Doch nach einer guten halben Stunde stellte der Hobby-Lokführer Kostic die Weichen wieder um: Bei Wollscheid setzte es komplett aus wie nach 52 Tequila-Shots, drei Hamburger waren dadurch auf dem Weg zum Wolfsburger Gehäuse und der Serbe vollstreckte am Ende zum Ausgleich. Damit ging es dann auch in die Pause, wo augenscheinlich allen Beteiligten der Arsch ordentlich auf Grundeis ging, denn so wie die Spieler nach Wiederanpfiff agierten, waren die Hosen bis zum Rand voll. Als alles nach Unentschieden und dem Hamburger Weg in die gewohnte Relegation aussah, schrieb der HSV dann mal wieder eine Geschichte, die selbst Hollywood wegen zu viel Kitsch und fehlendem Realismus abgelehnt hätte. In der 86. Minute wurde Luca Waldschmidt eingewechselt. Handgestoppte 110 Sekunden später traf der junge Stürmer, natürlich an seinem 21. Geburtstag, per Kopf zum 2:1 für seine Rothosen – der Auslöser für Ausnahmezustand im Volkspark.

Der Moment der Erlösung in Hamburg (Quelle: Kicker.de)

Fans stürmten den Platz, Spieler in zivil, darunter natürlich Pierre-Michel Lasogga, wurden von Ordner festgesetzt aber durften dann doch in der Menge Feiern. Luca Waldschmidt reiht sich in die Reihe von HSV Rettern mit klangvollen Namen wie Lasogga und Diaz ein und der Dino bleibt weiter am Leben. Die Wölfe hingegen müssen nun in die VW-Betriebsinterne Relegation gegen Eintracht Braunschweig – ein bitterer Gang.

Und damit endete dann auch die Saison, so traurig das auch sein mag. Glückwünsche gehen an alle Teams, die ihre Ziele, egal wie diese auch aussahen, erreicht oder sogar übertroffen haben. Aufmunternde Worte gehen an dieser Stelle nach Darmstadt und Ingolstadt, die den erlauchten Kreis der Bundesligisten nun verlassen müssen. An dieser Stelle gibt es dann natürlich, zum Saisonende, die offizielle Abschlusstabelle der Saison 2016/2017.

Die Abschlusstabelle der Saison 2016/2017 (Quelle: Kicker.de)

Wie man nun den ligafreien Sommer übersteht? Das ist eine gute Frage. Erstmal gibt es noch vereinzelte Ersatzdrogen wie die Finals der internationalen Wettbewerbe und des DFB Pokals. Aber danach wird sich innere Leere ausbreiten. Wer gute Tipps hat, darf diese gerne unter den Beitrag posten – natürlich solange sie nichts mit zu viel Aktivität im Freien zu tun haben. Ansonsten lasst euch überraschen, was sich hier so tut – ihr werdet euch wundern. In diesem Sinne: Gut Kick und nicht vergessen – bis zur neuen Saison sind es schon jetzt keine 90 Tage mehr.

2 Kommentare

  1. Anonymous Anonymous

    Selber kicken…
    Ach, Confed Cup 🙂

  2. Anonymous Anonymous

    Danke, für Deine immer wieder lesenswerten, lockeren sowie unnachahmlichen Kommentierungen. Ich habe immer Spaß wenn ich sie lese.

    Ganz liebe Grüße
    Harald

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