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Bundesliga 33. Spieltag: Bundesliga goes crazy!

Hallelujah, lobet den Herrn, was was das bitte für ein vorletzter Spieltag der Saison 2016/2017? Da finden mal eben, locker flockig, alle neun Partien parallel statt, man denkt sich nichts böses, lässt das Ganze entspannt auf sich zukommen und wird dann gnadenlos umgehauen wie im Sommer beim Einsteigen in die unklimatisierte Straßenbahn. Getreu dem Motto: Geschichten, die nur der Fußball schreibt.

Fangen wir aber erst einmal dort an, wo in absehbarer Zukunft kein Erstliga Fußball mehr zu sehen st: Im Jonathan-Heimes Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt.

Zum letzten Mal Bundesliga-Luft in Darmstadt (Quelle: Kicker.de)

Zum letzten Heimspiel empfing der SV Darmstadt 98 mit der Berliner Hertha ein Team, was gefühlt in etwa so lange auf einen Auswärtssieg wartete wie die SPD auf einen Wahlerfolg – im Gegensatz zur Politik änderte sich das für die Berliner aber am Samstag. Zwar brachte Liliencoach Frings nochmal seine beste Elf, was sich bei Namen wie Banggaard oder Kamavuaka irgendwie nicht richtig anhört, aber auch die konnte gegen eine couragierte, dominante Anfangsphase der Gäste nichts ausrichten. Nach 28 Minuten stand es bereits 2:0 und beide Tore folgten einem wirklich simplen Muster: Flanke, Kopfball, Tor – einmal Kalou, einmal Verteidiger Torunarigha. In der zweiten Halbzeit waren die Lilien zwar bemüht, aber davon konnte man sich schon in der Schulzeit nichts kaufen und so endete das Bundesliga-Abenteuer zuhause für die Thekenmannschaft aus Darmstadt mit einer traurigen Niederlage.

Weiter geht die Reise in den beschaulichen Breisgau, wo die Jungspunde von Christian Streich, weiterhin mit ernsthaften Europa-Ambitionen im Gepäck, die Überlebenskämpfer aus Ingolstadt zum Tanz baten. Und vom Anpfiff weg wurde klar, dass der FCI den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben hatte: Die Spieler hauten sich rein und fanden deutlich besser ins Spiel als die Gastgeber aus Freiburg. Nach einer halben Stunde war es dann aber trotzdem der SCF, der in Führung ging. Bei einem langen Ball schien Bregerie sich plötzlich zu fragen, ob er zuhause den Herd angelassen hat, und vergaß dadurch den harmlosen Ball zu klären. Philipp war der Nutznießer und brachte sein Team in Front. Noch vor der Pause gelang den Schanzern aber die Antwort. Tisserand kam im Mittelkreis an den Ball, das Vermächtnis vom alterwürdigen Lucio fur ihm in die Knochen und der Abwehrmann machte sich geradewegs, ohne jeglichen Schnickschnack wie Körpertäuschungen oder ähnliches auf den Weg in den Freiburger Strafraum. Dort scheiterte er zwar an Schwolow, aber Lezcano besorgte im Nachsetzen den verdienten Ausgleich. Nach der Pause blieben die Gäste dann am Drücker und kämpften verbissen ums Überleben. Das zweite Tor wollte aber einfach nicht gelingen wie seriöses Fernsehen auf RTL 2. So blieb es am Ende beim 1:1, was gleichbedeutend mit dem bitteren Gang in die zweite Liga für den FC Ingolstadt war.

Trauer auf Seiten der Ingolstädter (Quelle: Kicker.de)

Dieser Gang droht auch noch dem FC Augsburg, auch wenn die Spieler auf der Stadt der Puppenkiste am Wochenende einen Punkt gegen Borussia Dortmund erkämpften. Die Fuggerstädter begannen dabei vor heimischer Kulisse selbstbewusst und Finnbogason war es, der nach 17 Minuten die erste Großchance des Spiels hatte. Keeper Bürki brachte aber die Finger so gerade dran wie ein Teenie-Junge beim Date mit dem Nachbarmädchen. Zwölf Minuten später machte er es dann besser, als er einen von Bürki abgeklatschten Max-Schuss zur Führung im Netz unterbrachte. Quasi postwendend hatte Frisuren- und Laufwunder Aubameyang allerdings die Antwort parat und erzielte mit einer an Selbstverständlichkeit grenzenden Lässigkeit auf fünf Metern den Ausgleich. Überschattet wurden diese Tore allerdings von der schweren Verletzung von Julian Weigl, der sich im Zweikampf unglücklich das Sprunggelenk brach. Wenn der Fuß unter einem in eine andere Richtung zeigt, als der Rest des Beines , weiß man, dass da etwas ganz gehörig falsch läuft – auch ohne ärztliche Ausbildung. Gute Besserung an den Jungstar des BVB.

Julian Weigl bricht sich das Sprunggelenk (Quelle: Stern.de)

Nach dem Tor übernahm der BVB nahezu komplett das Kommando, fand aber keine Lücke in der Augsburger Hintermannschaft wie ein Autofahrer in der Kölner Innenstadt auf Parkplatzsuche. Daher blieb es am Ende auch in Augsburg beim 1:1, was weder dem BVB noch dem FCA zum Erreichen des jeweiligen Saisonziels reicht.

Apropos Saisonziele erreichen: Davon ist Bayer Leverkusen in diesem Jahr in etwa so weit entfernt wie ein Großteil der Amerikaner vom Normalgewicht. Eine durchwachsene Saison wurde seit der Verpflichtung von Pseudo-Trainer Korkut zur einer Spielzeit am Rande des Abstiegskampf, an deren Ende die Werkself noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen wird. Nach Auftritten, die teilweise so trist und traurig waren wie die Skyline von Leverkusen selbst, schmissen die Bayer Akteure im Rheinderby gegen den 1.FC Köln nochmal so ziemlich alles rein, was sie hatten. Wenn man allerdings mit einer Viererkette Antritt, in der Tin Jedvaj eine tragende Rolle spielen soll, weiß man schon vorher, dass es Ärger geben wird, wie wenn der Ehemann der Frau zum Hochzeitstag statt Schmuck ein neues Bügelbrett und eine Schürze schenkt. Und genau so kam es auch: Bayer machte das Spiel, erspielte sich Chancen aber der FC Köln machte das Tor. Heitz buckelte sich nach 14 Minuten über die linke Seite nach vorn, brachte den Ball in die Mitte wo eben dieser Jedvaj ungeschickt herum hantierte wie ein Bär auf Rollschuhen und den Ball flach in die Mitte klärte. Dort zog Jojic ab, Jedvaj gab dem Ball noch eine entscheidende Richtungsänderung mit auf den Weg und plötzlich stand es 1:0 für die Gäste. Dabei blieb es auch bis zur Halbzeit, denn die Leverkusener ließen reihenweise Chancen einfach liegen wie schmutzige Wäsche unter dem Bett. Kurz nach der Pause kamen dann nochmal die Geißböcke: Shootingstar Klünter schnappte sich an der Mittellinie den Ball und machte sich auf den Weg zu seinem ersten Bundesligator. An Freund und Feind vorbei rannte er wie Forrest Gump in den Strafraum, tunnelte dann noch Bernd Leno und ließ sich dann gebührend feiern.

Lukas Klünter feiert sein erstes Bundesligator (Quelle: Kicker.de)

Doch statt Sicherheit für die Gäste aus Köln, sollte dieser Treffer die Wende einleiten wie David Hasselhoff laut eigenen Aussagen damals im getrennten Deutschland. Erst Kießling und dann der eingewechselte Pohjanpalo stellten nach 71 Minuten auf 2:2. Da in der Folge beide Teams das Risiko scheuten wie Sparkassenkunden bei Anlageentscheidungen, sollte das auch der Endstand sein. Ein Punkt, der Bayer den Klassenerhalt sicherte und die Kölner weiter von Europa träumen lässt.

Klingt alles bisher noch ziemlich „gewöhnlich“ von den Ergebnissen und Ereignissen, oder? Das wird sich ab jetzt ändern, keine Sorge. Denn es geht nach Bremen, wo das Topspiel der Rückrundentabelle zwischen Werder und der TSG Hoffenheim auf dem Programm stand. Vor dem Spiel wurde der aktuell verletzte Bremer Kapitän Clemens Fritz emotional verabschiedet, da er nach Jahren im Dienste von Werder das Schiff zum Ende der Saison verlässt.

Clemens Fritz wird von den heimischen Fans gebührend verabschiedet (Quelle: Kicker.de)

Wer nun nach diesen emotionalen Momenten ein enges Offensivspektakel erwartete, der wurde nur teilweise glücklich, denn die Bremer schienen vergessen zu haben, wie man verteidigt. Nach gerade einmal sieben Minuten marschierte Demirbay samt Ball durchs Mittelfeld, wo sich die Bremer gegenseitig attackierten anstatt den Ball zu erobern. An den Strafraumgrenze kam dann Adam Szalai an den Ball, blieb seinerseits cool wie der Winter in Sibirien und schon stand es 1:0 für die Gäste aus dem Kraichgau. Nur vier Minuten später fand Kramaric eine rechte Bremer Abwehrseite vor, die verwaist war wie Kinder ohne Eltern, und stellte problemlos auf 2:0. Auch kurz vor der Pause hatte sich noch niemand gefunden, um die rechte Bremer Defensivseite zu bevölkern, sodass auch Zuber wenig Probleme hatte, auf 3:0 zu stellen. Als erneut Kramaric und Eisen-Ermin Bikakcic kurz nach dem Seitenwechsel auf 5:0 erhöhten, schien es ein ganz düsterer Nachmittag für die Hausherren zu werden. Doch die Bremer zeigten eine Reaktion: der vermisste etatmäßigen Rechtsverteidiger Gebre Selassie wurde nach 59 Minuten im Hoffenheimer Strafraum gesichtet und verwandelte eine Kruse Flanke zum Anschlusstreffer. In der Schlussphase waren es dann noch Bargfrede und Bauer, die den 3:5 Endstand herstellten, der zumindest nicht ganz so grausam aus Sicht der Fans in Grün-Weiß aussah, auch wenn es trotzdem eine deftige Niederlage bleibt.

Nach einer solchen sah es zwischenzeitlich auch für den FSV Mainz 05 aus, der die Frankfurter Eintracht zum Rhein-Main-Derby empfing. Dabei hatten die Gastgeber, noch mittendrin im Abstiegskampf, den besseren Start in die Partie und die volle Unterstützung der Zuschauer auf ihrer Seite.

Choreo in Mainz vor dem wichtigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Quelle: Kicker.de)

Nahezu die gesamte erste Halbzeit machten die Mainzer Druck wie die Blase eines Kindes auf einer langen Autofahrt, aber die Frankfurter hielten stand wie der sture Vater am Steuer. Und plötzlich, nach 42 Minuten, taucht Hrgota vor dem Mainzer Gehäuse auf und macht das 1:0 für die Gäste – eine bitterkalte Dusche für die Gastgeber. Als nach der Pause dann Balogun unter einer Flanke hindurch segelte, FSV Keeper Huth auf dem Ball landete, diesen anschließend händeringend versuchte von der Linie zu bugsieren und dabei nur Seferovic traf und es auf einmal 2:0 stand, schien die Hoffnung in Mainz zu schwinden. Das änderte sich dann binnen zwei Minuten allerdings so schnell wie das Wetter in den Bergen: Cordoba erzielte nach 60 Minuten den Anschluss und Bell wuchtete nur zwei Minuten später einen Freistoß per Kopf zum Ausgleich ins Netz. Die Zuschauer wurden raderdoll, das Stadion stand Kopf und es wurde aus Mainzer Sicht noch besser: Der kleine Muto und in der Schlussminute der noch kleinere De Blasis drehten das Spiel komplett und sicherten ihrem Team durch dieses spektakuläre 4:2 praktisch den Klassenerhalt. Denn selbst eine alles andere als gute Mainzer Saison dürfte am letzten Spieltag nicht mit einer zweistelligen Klatsche enden. Glückwunsch also an den FSV zum Klassenerhalt.

Den würde man auch liebend gern in Wolfsburg bereits verkünden, dafür hätten die Wölfe allerdings das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen müssen. Da die Wölfe aber nicht ins Spiel kamen wie Minderjährige in eine Videothek, gingen die Gladbacher nach 24 Minuten verdient in Führung. Nach einer Ecke kommt Kramer im Strafraum an den Ball, löffelt diesen von der Grundlinie in die Mitte wo Vestergaard scheinbar einfach übersehen wurde und völlig frei zum 1:0 einnicken konnte. Wer einen zwei Meter Hünen übersieht, hat es eigentlich nicht verdient, ein Spiel zu gewinnen. Der Gegentreffer zog die eh schon verunsicherten Wolfsburger noch weiter runter und trotzdem sollte der Ausgleich gelingen. Wie die Jungfrau zum Kinde kam auch der VfL aus dem Nichts nach 58 Minuten zum Tor: Bazoer flankte in die Mitte, Gomez holt den Ball mit Finesse aus der Luft, legt ihn am sichtlich beeindruckten Elvedi, der möglicherweise auf der Suche nach einem Stift für ein Autogramm war, vorbei und plötzlich stand es 1:1. Danach wollte dann das Wetter etwas von der Aufmerksamkeit in Wolfsburg abhaben und drängte sich in den Vordergrund wie aufdringliche Fans am roten Teppich. Es regnete heftig, hagelte und blitze, kurz gesagt: Ein Gewitter machte es sich über der Autostadt bequem und das Spiel wurde für eine halbe Stunde unterbrochen. Danach erinnerte das Spiel mehr an eine Wasserschlacht als an Fußball und das Wasser sorgte kurz vor Schluss fast für die Entscheidung im Spiel: Sekunden vor dem Ende rutschte Vestergaard beim Versuch zu klären weg, spitzelte den Ball zu Gomez, der dann aber am aufmerksamen Sommer scheiterte.

Wasserschlacht in Wolfsburg (Quelle: Kicker.de)

So blieb es am Ende bei der Punkteteilung, die für den VfL Wolfsburg nichts anderes als ein Alles-oder-Nichts Spiel um den Klassenerhalt am letzten Spieltag bedeutet.

Gegner in diesem Finale um den Relegationsplatz ist, wie solle es anders sein, der Hamburger SV. Dass der erneut vom Aussterben bedrohte Bundesliga-Dino überhaupt noch dieses Finale bekommt, grenzt an ein Wunder, denn eigentlich sah beim Spiel auf Schalke alles danach aus, als würden die Rothosen ihr heimliches Saisonziel bereits an diesem Spieltag fix machen. Nach 25 Minuten war es der FC Schalke, der in Führung ging. Auf dem linken Flügel spielten die Königsblauen genüsslich Schweinchen in der Mitte, Bentaleb brachte dann die Flanke in die Mitte und Burgstaller erzielte mit seinem neunten Tor in der Rückrunde die 1:0 Führung. Der HSV versuchte zwar vor allem in der zweiten Halbzeit vieles, davon gelang aber herzlich wenig. Als dann alles bereits nach Niederlage und Relegation aussah, tauchte dann ein Spieler aus der Versenkung auf wie Prominente im Dschungelcamp: Pierre-Michel Lasogga (Quelle Titelbild: Kicker.de). Der personifizierte überbezahlte Rumpelfußballer kam nach 92 Minuten im Schalker Strafraum an Ball, schoss sich gegen das eigene Standbein wie der fußballerisch semi-versierte Torben aus ökologisch abbaubarem Haushalt auf dem Bolzplatz und schaffte es trotzdem, oder gerade deshalb, den Ausgleich zu erzielen. Greenpeace denkt schon darüber nach, Lasogga als Schützer der Dino-Rasse in der Bundesliga auszuzeichnen. Aber die Geschichte des Spiels war damit noch nicht vorbei: Schalke bekam noch eine Ecke, Geis brachte diese in die Mitte und Kolasinac wuchtete einen Kopfball ins Netz – einzig die Anerkennung dieses Tores blieb verwehrt. Der Linienrichter hatte den Ball wohl bei der Ecke im Aus gesehen – eine zumindest zweifelhafte Entscheidung, die natürlich nur zu Gunsten des HSV getroffen werden konnte, das hat uns die Vergangenheit ja schon mehrfach bewiesen – man kann schon fast von einem Naturgesetz in der Reihe: Feuer ist heiß, Eis ist kalt und der HSV hat glück sprechen. Am Rande dieses turbulenten Spiels gab es aber auch noch eine andere emotionale Szene: Der altinternationale Knipser vom Dienst, Klaas-Jan „Hunter“ Hunterlaar wurde nach dem Spiel gebührend verabschiedet. Tolle Szenen für einen verdienten Spieler, der trotz seiner eindeutig sichtbaren holländischen Herkunft stehts gefährlich und erfolgreich vor den Toren der Fußballwelt war- Machs gut Hunter!

Klaas-Jan Huntelaar verabschiedet sich von den Schalker Fans (Quelle: Kicker.de)

Wem das noch nicht genug Spektakel und Geschichten für einen Spieltag waren, für den habe ich zum Abschluss noch ein absoluter Schmankerl parat: Das Topspiel RB Leipzig gegen den FC Bayern München hielt alles, was es versprach und bot sogar noch einiges mehr – quasi wie ein 20er Box mit Chicken McNuggets in der man 21 Nuggets findet. Die roten Bullen kamen mit dem fast schon gewohnten Energydrink-Einlauf auf den Platz und legten den üblichen Blitzstart hin: Bereits nach 65 Sekunden geht es viel zu schnell für die gemütliche bayerische Defensive, Forsberg flankt, Xabi Alonso ist mit den Gedanken schon bei seinem Ruhestand und daher viel zu langsam für Sabitzer und der nickt einfach zum 1:0 ein. Danach hatten die Bayern Glück, dass die Leipziger ihre Chancen nicht nutzten, sonst wäre es womöglich bitter für den Rekordmeister geworden. Nach 14 Minuten entschieden die Bayern sich dann auch mal zu partizipieren, Lahm flankte nach innen, Bernardo bekam den Ball mehr an die Brust als an den Arm und trotzdem gab es den Elfmeter, welchen Lewandowski gewohnt sicher zum Ausgleich versenkte. Auf der anderen Seite war es dann erneut Fast-Rentner Alonso, der zu langsam für die Leipziger Jungspunde war. Diesmal holte er Forsberg so hüftsteif im Strafraum von den Beinen, dass er damit eine perfekte Bewerbung für jede Seniorenresidenz seiner Wahl abgeben könnte. Den fälligen Strafstoß verwandelte auch Timo Werner sicher. Mit diesem Ergebnis ging es dann in die Kabine, wo der Entertainment-Regler dann nochmal nach oben gedreht wurde. Erneut nur 83 Sekunden nach dem Anpfiff war es Poulsen, der unter tätiger Mithilfe von Xabi Alonso auf 3:1 stellte. Nach 65 Minuten stand es dann 4:2 für die Bullen, nachdem Thiago per Kopf und erneut Werner durch die Beine von Starke getroffen hatten. Die Offensiven beider Team waren heiß wie Fritteusenbutter, während die Abwehrreihen sich scheinbar schon im Sommerurlaub befanden. Die Schlussphase toppte dann in Sachen Unterhaltung sogar die bärtigen Frauen auf dem Jahrmarkt und jegliche Achterbahn dieses Planeten: Nach 84 Minuten staubte Lewandowski einen Lattenschuss von Robben zum 3:4 ab. In der ersten Minute der Nachspielzeit malte David Alaba mit seinem linken Fuß mal wieder ein Freistoß-Gemälde, was zweifelsfrei den Weg in die großen Museen dieser Welt finden würde. Das letzte Wort hatte dann aber der nimmermüde Niederländer Arjen Robben. Er setzte in der fünften (!!!) Minute der Nachspielzeit nochmal zum Solo an, zog in gewohnter wie unnachahmlicher Manier in die Mitte und düpierte Gulasci im Tor der Leipziger zum Abschluss mit einem Schlenzer zum 4:5 Endstand. Was für ein Spiel und was für ein Spieler!

Ancelotti herzt Matchwinner Robben (Quelle: Kicker.de)

Die Bayern zeigten damit noch einmal eindrucksvoll, wer der Herr im Lande ist, lassen Leipzig eiskalt abblitzen und liefern gleichzeitig das zum Spieltag passende Spektakel.

Nächste Woche darf es gern noch einmal mehr davon geben, wenn auch die letzten Entscheidungen der Saison fallen und sich der Ligafußball fürs erste von uns verabschiedet. Bevor nun aber die Tränen kullern, bleibt erstmal die Vorfreude auf Spieltag 34.

 

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